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Nachgefragt: Im Gespräch mit Wilfried Kröger

klein wutz nachgefragtAm Donnerstag traf sich das Team von Nachgefragt mit dem Vorsitzenden des TuS Egge Schwaney. Wilfried Kröger begann in der Jugend des TuS Egge das Fußball spielen und feierte als Spieler der 1. Mannschaft ausgiebig seinen damaligen Aufstieg. Heute beantwortet er u.a. Fragen zum 2. Trainingsplatz, Abgänge in der 1. Mannschaft und einem evtl. Aufstieg von Altenbeken.

 

Wutz, du bist sozusagen ein Urgestein in Schwaney und beim TuS Egge. Erzähl doch bitte mal deinen Lebenslauf beim TuS Egge!

Damals gab es ja im Gegensatz zu heute noch keine C-Jugend, sondern die so genannte Schülermannschaft. Damaliger Trainer war Bentlers Jupp, von Mario Bentler der Vater. Untere Jugendmannschaften gab es damals noch gar nicht. Da wurde dann früher nur privat auf irgendwelchen Bolzplätzen rumgespielt.

Wegen Spielermangels gab es damals auch keine B-Junioren. Ich spielte deswegen vier Jahre lang in der A-Jugend. Wir hatten eine gute, bzw. sehr gute Mannschaft. Das erste Jahr war zwar etwas schwierig, das weiß ich noch, aber wir hatten mit Stefan Depping einen Spieler, der mit 14/15 Jahren die A-Jugend schon ordentlich aufgeräumt hat. Der konnte links wie rechts!

Danach wechselte ich direkt in die Erste und habe unter Manfred Hansjürgen trainiert, unseren Jägermeister-König! Das war schon ne Nummer, als ich aus der A-Jugend raus kam und man hat so einen gestandenen Spieler in den Reihen gehabt. Ich glaube, der hat sogar Verbandsliga gespielt.

Im Jahr 94 hab ich das Fußballspielen aufgehört, da war ich 27 Jahre alt. Ich hatte dann erst vor, einen Trainerposten zu übernehmen, aber unser damaliger Kassierer fragte mich, ob ich nicht Interesse an einem Posten als Jugendobmann hätte. Dann habe ich als 1. Jugendobmann angefangen und habe ab und an in der Ersten noch mal ausgeholfen. Von Jahr zu Jahr habe ich das Spielen dann immer mehr eingestellt.

Zweiter Vorsitzender ... da muss ich überlegen. Das war unter Willi Knoke. In der Zeit ist Dietmar Lemke zu uns gestoßen und hatte auch schon sehr gute Arbeit als Trainer geleistet. Mit ihm hatte ich einen sehr guten Nachfolger für mich als Jugendobmann und da hab ich gesagt: Also, wenn ihr das wollt, dann würd' ich mich für den 2. Vorsitzenden zu Verfügung stellen! Das muss so ungefähr 1999 gewesen sein. Fünf Jahre bin ich jetzt 1. Vorsitzender. Nächstes Jahr stehe ich wieder zur Wahl, dann sind das 6 Jahre!

 

Du sagtest eben: „Damals gab es noch keine D-, E- oder F-Junioren“. Kannst du dich noch in etwa daran erinnern, wann diese Juniorenmannschaften eingeführt wurden?

Also das kam ziemlich schnell. Zunächst die D-Junioren, dann kamen die E-Junioren. Also wurde es von Jahr zu Jahr immer eine Abteilung mehr.

 

An welche Situationen als Spieler, Trainer oder Vorstandsmitglied erinnerst du dich gerne zurück?

Das war der Aufstieg in der Serie 1993/94, in der ich 10 Monate nicht trainieren konnte und von Dieter Wache angesprochen wurde, ob ich beim Aufstiegsspiel mitspielen könnte (d. Red. Aufstiegsspiel um den A-Liga-Aufstieg: TuS Egge Schwaney : FC Hövelriege, 400 Zuschauer, 88.Min 2:4, 91.Min 4:4, Endstand 7:5). Da fühlte ich mich schon sehr geschmeichelt und hab dieses Spiel auch meiner Meinung nach gut bestritten. Die Feier und diese Euphorie, eine Woche lang, waren einmalig. Das war schon das größte Ding, was ich bisher erlebt habe!

 

Kennst du noch Spieler aus dieser Mannschaft?

Klar, alle! Ich könnte aufsagen, wer wo gespielt hat!

 

Für viele Leute ist Vorstandsarbeit eher Last als Lust und von Jahr zu Jahr wird es schwieriger, engagierte und vor Allem junge Menschen für einen Vorstandsposten zu begeistern. Hat die Arbeit im Vorstand überhaupt schöne Seiten? :)

Fakt ist: Wenn ich in einem Vorstand bin, bin ich eine Person, die das Dorf/den Verein/die Mitglieder prägen. Man engagiert sich zum Einen für die Dorfbewohner, aber vor Allem ist man auch eine Unterstützung für alle Vereinsmitglieder. Wenn niemand mehr eine Vorstandsarbeit übernehmen will, gibt es keine Dorfgemeinschaft mehr. Das sollte eigentlich vielen Leuten Ansporn genug sein, im Vorstand tätig zu werden.

 

Du wohnst direkt neben der "Egge-Arena" und bekommst gewissermaßen alles mit, was dort täglich geschieht. Ein Vorteil für den Verein - für dich auch?

Als Vorsitzender guckt man immer mit einem Auge auf den Platz. Man sieht vieles, was eigentlich nicht sein dürfte! Einiges kann man sofort beheben. Aber wenn in den Sommerferien nachts Jugendliche auf dem Sportplatz ein Treffen veranstalten, bleibe ich doch besser im Bett! Ansonsten freue ich mich immer, wenn man mich fragt, ob ich helfen kann! Auch früher, bei Reparaturen an der Abstreukarre. Ich wollte zum Spiel schon längst auf dem Platz sein und musste dann noch schnell die Abstreukarre am Ritzel schweißen: Erst ist man genervt, aber wenn die Linien anschließend wie mit der Schnur gezogen sind, freut man sich doch wieder!

 

Viele ländliche Vereine steuern einer Fusion entgegen, weil immer weniger Spieler zur Verfügung stehen. Im Juniorenbereich ist es die Schule und im Seniorenbereich das Studium, der Beruf oder die Familie, die einen gewichtigeren Stellenwert einnehmen. Auf welchem Weg befindet sich der TuS Egge mit Blick in die Zukunft aus deinen Augen?

Seit vielen Jahren ist der Vorstand des TuS Egge bemüht, immer adäquate Jugendtrainer und -betreuer zu finden und teilweise deren Aus- und Weiterbildung zu finanzieren. Das tun wir, damit der Stellenwert unserer Juniorenausbildung sehr hoch ist. Meine Meinung ist immer noch: Im Jugendbereich gute Leute einzusetzen, um damit auch auswärtige Jugendliche zu erreichen und zu uns holen. Ich möchte natürlich, so lange es geht, eigenständig bleiben. Allerdings nicht mit der Brechstange!

 

Wie sieht das ganze in 10 Jahren aus?

In 10 Jahren könnte es so sein, dass der TuS Egge Schwaney nicht mehr eigenständig ist! Der jetzige Vorstand wird sich aber größtmöglich darum bemühen, dass der Verein eigenständig bleibt.

 

Zwölf Mannschaften trainieren/spielen unter der Woche in der "Egge-Arena". Ist ein weiterer Trainingsplatz nicht unumgänglich?

Dieses Thema schieben wir jetzt schon fünf oder sechs Jahre vor uns her. Ich hatte mir auch schon ein paar Stellen für einen Trainingsplatz rausgesucht. Jetzt kommen wir aber auf die vorhin angesprochene Veränderung zurück: Immer weniger Kinder werden eingeschult und deswegen denke ich, wir haben keinen Bedarf. Wir sollten das Geld für einen Ausweichplatz lieber in die Ausbildung des Jugendbereichs stecken, weil wir in zwei, drei Jahren keine 2 E- oder F-Jugendmannschaften stellen werden. Ich gehe immer von den Schulkindern aus und da können wir feststellen, dass wir in ein paar Jahren keine doppelt besetzten Jugendmannschaften haben werden. Somit reicht unser Platz aus, man muss sich nur untereinander ein bisschen abstimmen!

 

Die Egge-Arena wird auch in anderen Orten u. A. mit den Worten „klein, aber fein!“ beschrieben. Gibt es in der nächsten Zeit Veränderungen abseits des Platzes? Gibt es Ideen oder Planungen für eventuelle Erweiterungen?

Du hast es ja selber schon gesagt: Klein aber fein! Dies ist auch unser Problem, da wir mittlerweile den Platz abseits des Spielfeldes schon ziemlich ausgenutzt haben. Planungen sind aber vorhanden: Boden und Wand der Würstchenbude erneuert, ebenso der Treppenaufgang zum Sportheim!

 

Aushängeschild ist und bleibt die 1. Mannschaft, die in der Winterpause zwei wichtige Spieler verliert. Weiß man schon, wie man diese Lücke schließen will?

Wenn man mal auf den Start der Serie blickt: Da hat ein Jonas Leineweber die ersten Spiele meiner Meinung nach sehr gut bestritten. Es ist natürlich schwierig, einen A-Jugendspieler gleich in den Seniorenbereich voll einzubauen. Aber ich denke, dass wir mit der Mannschaft in der Kreisliga A bleiben und einen einstelligen Tabellenplatz erreichen können. Etwas weniger Pech bei den Verletzungen und roten Karten tragen natürlich dazu bei.

 

Beim FLVW (Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen) wurden die Kreise Paderborn und Büren bereits zusammengelegt. Wieso stimmte der TuS Egge dagegen und was bedeutet die Zusammenlegung für den Verein?

Damals bestanden Überlegungen, die Kreisligen anders aufzuteilen. Nord- und Südliga sollten durch die B 64 begrenzt werden. Das hieße, wir spielen in der Südliga und unsere Nachbarschaftsderbys gegen Altenbeken, Neuenbeken oder Benhausen entfallen. Auch Spiele gegen Mannschaften aus Paderborn würden entfallen. Die Nordliga wäre klar die stärkere und lukrativere Liga. Dann würden vielleicht auch eigene Spieler zu einem Club in die Nordliga wechseln.

                                                                                          

Der TuS Egge Schwaney spielt als größter Verein in der Gemeinde Altenbeken als sog. "Gemeindeprimus" in der Kreisliga A. Der TuS 98 Altenbeken kommt derzeit aber mit großen Schritten und wurde als Aufsteiger in der Kreisliga B sogar Herbstmeister. Freust du dich schon auf evtl. kommende Derbys?

Ich freue mich darüber, klar! Das ist eine gute Mannschaft. Sie haben aber auch Jahre gebraucht, dass sie wieder eine solche Mannschaft aufstellen können. Euphorie ist in Altenbeken also vorhanden, aber wir haben die Erfahrung! Ich freue mich darüber, aber noch sind sie nicht aufgestiegen!

 

Sportlich gesehen: Was wünschst du dir für das neue Jahr?

Da wir im Winter zwei wichtige Spieler verloren haben, wünsche ich mir, dass wir die Ausfälle in der Rückrunde kompensieren können. Für die zweite Mannschaft wünsche ich mir den Aufstieg in die B-Liga und den Jugendmannschaften selbstverständlich viel Erfolg in der Frühjahrsrunde. Ich wünsche den A- und B-Junioren weiterhin eine gute Zusammenarbeit mit den Vereinen sowie allen Jugendtrainern weiterhin ein gutes Händchen. Auch die Spieler, die vielleicht „nicht so stark am Ball sind“, sollten auch immer wieder eingesetzt werden, damit der Spaß am Fußball nicht verloren geht!

 

NACHGEFRAGT hat an jedem Adventstag ein Interview mit Persönlichkeiten des TuS Egge Schwaney gehalten. In zwei Tagen ist Heilig Abend und wir möchten dir hiermit am 4. Advent die Gelegenheit einräumen, einen Weihnachtsgruß an die Leser zu richten.

Ich wünsche Jedem, der dem TuS Egge Schwaney verbunden ist, ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Die eine oder andere Sorge wird zwar immer da sein, aber wenn im Großen und Ganzen das Positive überwiegt, kann man sich freuen. Seid glücklich, lacht miteinander und sprecht miteinander. Sprechen hilft zwar nicht immer, aber es räumt einiges aus dem Weg, bevor das Fass unnötig überläuft. In diesem Sinne nochmals schöne Weihnachtstage und ein glückliches und gesundes neues Jahr!