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Nachgefragt: Im Gespräch mit Trainer Jürgen Schwarze

klein Trainer Jürgen SchwarzeEs ist mal wieder soweit. NACHGEFRAGT traf sich mit Jürgen Schwarze, dem Trainer der 1. Mannschaft. Der 45-jährige Groß- und Außenhandelskaufmann aus Neuenheerse erklärt u.a., wieso er Fan von tödlichen Spielen, gefährlicher Liebe und flammenden Zorn ist und dass er sich mit Schwaney im oberen Drittel der Liga dauerhaft festsetzen will!

 

Als junger Spieler warst du auf dem Sprung in eine Profimannschaft. Kannst du für unsere Leser kurz erklären, warum es doch nicht dazu kam?

Ich wurde damals als 17-jähriger in die 1. Mannschaft von Neuenheerse hochgemeldet, die seinerzeit in der Landesliga spielte. In meiner ersten Saison schoss ich gleich 23 Tore und wurde, ohne dass ich es wusste, von Scouts u.a. aus der Bundesliga beobachtet. Später kamen Anfragen von Borussia Dortmund, Hannover 96, Twente Enschede (NL) und Paderborn. Nach einer Woche Probetraining bei Borussia Dortmund (u.a. mit Norbert Dickel, Frank Pagelsdorf, Thomas Helmer, Michael Zorc), zog ich mir ein Kreuzbandriss zu und fiel ein halbes Jahr aus. Das war vorerst auch das Aus für einen Profivertrag. Nach einem halben Jahr ohne Fußball schoss ich in der Bezirksliga für Neuenheerse gleich 34 Tore in der Saison und ging einen Vertrag beim SC Paderborn ein. Eine Woche später fand zum Abschluss der Saison noch ein Pokalspiel für Neuenheerse statt, bei dem ich mich bei einem Foul schwerwiegend an der Schulter verletzte. Eine schwere OP schloss sich daran an und der Vertrag mit dem SCP wurde auf Grund der Verletzung aufgelöst. Nach dieser Verletzungspause bestritt ich die Rückserie der darauf folgenden Saison als Spielertrainer bei der 1. Mannschaft des TuS Egge Schwaney und erlebte ein unbeschreibliches Aufstiegsspiel gegen Neuenbeken!!!

Als ehem. Spielertrainer der 1. Mannschaft und ehem. Trainer der A-Junioren, bestreitest du nun zum dritten Mal ein Amt als Trainer in Schwaney. Was ist für dich so reizvoll am TuS Egge?

Hier in Schwaney geht es sehr familiär zu. Man kann hier in Ruhe arbeiten und genießt eine gute Zusammenarbeit mit dem Vorstand. Auch die Jugendarbeit ist Ausdruck von Kontinuität. In Schwaney begegne ich sehr geselligen Typen und werde hier immer mit offenen Armen aufgenommen. Das schätze ich sehr am Verein und an den Menschen!

Thomas Bentler hat seinen Rücktritt in Neuenheerse/Herbram zum Saisonende bekanntgegeben. Wo finden wir dich in der nächsten Saison als Trainer wieder?

Ich habe in Schwaney für die nächste Saison schon zugesagt!

In der Hinrunde hat Schwaney 26 Punkte geholt. Das ist gemessen an den letzten Jahren ein guter Halbzeitwert. Verglichen mit der letzten Saison, in der der TuS bis zur Winterpause 27 Punkte holte und am Ende mit 48 Punkten auf Platz 8 landete, könnte diese Jahr gleiches widerfahren. Welchen Tabellenplatz beansprucht die Mannschaft zum diesjährigen Saisonende?

Nach dem Aderlass der letzten Saison, muss ich der Mannschaft ein Kompliment machen. Wir haben fast die gleiche Punktzahl geholt, wie in der Saison davor. Und das, obwohl gestandene Spieler die Mannschaft verlassen haben. Von daher war es für mich auch eine Herausforderung, das Ganze auch ein bisschen aufzufangen und mit jugendlicheren Spielern auszukommen und denen das Vertrauen zu schenken. Die Mannschaft sollte schon das Ziel haben, einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen. Damit können wir in dieser Saison leben. Bis auf Neuenbeken und Sennelager waren wir gleichwertig und konnten über die Fitness viel auffangen. Spielerisch war die Mannschaft in der vergangenen Saison vielleicht etwas stärker, aber das haben wir bisher mit Kampf und Ehrgeiz gut kompensiert.

In der Hinserie musste die Mannschaft oft umgestellt werden. Welches Spielsystem bevorzugst du für Schwaney?

Ich spiele am Liebsten das 4-4-2-System mit zwei 4er-Ketten und der Doppel-6, damit wir kompakt stehen und das haben wir in der Hinserie auch sehr gut umgesetzt. Wir sollten dem Gegner nicht zu viel Raum lassen, aber am vergangenen Sonntag war das nicht so gut … (lacht).

Mit 44 Toren liegt Schwaney auf Platz 5 der Liga. Mit 50 Gegentoren jedoch auf Platz 12. Siehst du Handlungsbedarf in Form von Verstärkung in einigen Mannschaftsteilen?

Ich bin ein Typ, der das offensive Spiel mag. Christopher Kröger war dabei natürlich eine enorme Stütze in der Abwehr. Das hat man z.B. in den Vorbereitungsspielen bemerkt, dass der Organisator nicht mehr da ist. Dort haben wir recht junge Spieler auf den Positionen, denen es noch etwas an Erfahrung fehlt. In dieser Rolle versuche ich zukunftig Jochen Wildenhues einzubauen, wobei das bei ihm mit dem Training ein bisschen problematisch ist (fehlende Zeit für Training, d. Red.). Aber musstest du mir jetzt die Gegentore unter die Nase reiben? (beide lachen) :-))

Können wir zur neuen Saison mit Verstärkung aus der eigenen Jugend rechnen?

Aus der „Schwaneyer“ Jugend kann dieses Jahr nur Artur Anikin aus der A-Jugend kommen, der ja bereits bei uns spielt.

Mit Mathias Eikel hat der Verein einen neuen starken Mann für die Arbeit an der Mannschaft gewinnen können. Wie wertvoll ist seine Tätigkeit als „Sportdirektor“?

Grundlegend halte ich diese Entscheidung für sehr sinnvoll. Er kennt die Mannschaft, ist sehr nahe dran und kennt auch den sportkreis Paderborn über die Grenzen hinaus sehr gut. Er ist auch ein Spielerbeobachter, um für den Verein entsprechende Kontakte herzustellen. Ich kann es nur begrüßen und halte es, wie gesagt, für sehr, sehr sinnvoll.

Am vergangenen Sonntag hat die Rückrunde für Schwaney mit einer Niederlage begonnen. Wo siehst du den Hauptgrund für diese Niederlage?

Obwohl ich vor dem Spiel ein gutes Gefühl hatte, haben wir individuelle Fehler ….. Tore entstehen durch Fehler, aber es gibt solche Fehler und solche Fehler. Und diese individuellen Fehler haben uns das Genick gebrochen. Das war Punkt eins und Punkt zwei war eben, dass mir Aggressivität und Ehrgeiz bei einigen Spielern ganz extrem am Sonntag gefehlt hat. Das habe ich den Jungs auch unmissverständlich gesagt. Ich gebe der Mannschaft die auf dem Platz ist, mein Vertrauen und dann hat man sich mindestens den Hintern aufzureißen. Das nicht alles Laufen kann, ist mir bewusst. Türk-Gücü war in meinen Augen spielerisch aber nicht stärker.

Beende bitte folgende Sätze:

- Meine Stärken als Trainer ….

sind Ehrgeiz und absoluter Siegeswille!

- Meine Schwächen als Trainer …..

„Nobody is perfect“ es gibt sicherlich keinen Trainer, der von sich behaupten kann, keine Schwächen zu haben. Und da gehöre ich auch zu!

- Ich bin Fan von …..

Borussia Mönchengladbach.

- Ich esse gern ….

da muss ich meiner Frau ein Kompliment machen, denn ich esse alles gerne, was sie kocht!

- Ich höre gern ….

aktuelle Rock & Pop

- Ich lese gerade ….

Tribute von Panem (Folgen 1-3 "Tödliche Spiele", "Gefährliche Liebe", "Flammender Zorn")

- Von meiner Mannschaft erwarte ich

absolute Siegermentalität, Teamgeist und Geselligkeit!

Am kommenden Sonntag kommt Delbrück II in die Egge-Arena. Das Hinspiel haben wir mit 1:0 verloren und das letzte gewonnene Heimspiel stammt aus September 2010 (3:1). Was erwartet die Zuschauer am Sonntag für ein Spiel bei folgender Bilanz: 2 Siege / 2 Unentschieden / 5 Niederlagen?

Delbrück ist eine typische Überraschungskiste. Es wird bestimmt ein schweres Spiel. Man weiß nicht, ob, wer und wie viel von der 1. Mannschaft runter kommen. Es ist also schwer, diesen Gegner einzuschätzen. Ich bin allerdings fest davon überzeugt, wenn wir unsere Leistung und Aggressivität abrufen, von der Einstellung her Delbrück Paroli bieten werden. Ich bleibe aber dabei, dass eine Mannschaft von so einem Verein (Verbandsliga, d. Red.) immer schwer einzuschätzen ist.

(Die 1. Mannschaft von Delbrück spielt ebenfalls am Sonntag um 15 Uhr gegen den 2 Punkte vor ihnen stehenden SV Schermbeck. Durch einen Sieg könnten sie bis auf 8 Punkte an den Tabellenführer Stadtlohn herankommen, d. Red.).

Wir bedanken uns bei Jürgen Schwarze für das interessante Gespräch und wünschen im Anschluss ein gutes Training mit der Mannschaft.

Bis bald, euer Team von NACHGEFRAGT.